Startseite
Mitarbeiter
Patienten
Zuweiser
Studium
Forschung
Aktuelles
Internes
Sie befinden sich hier: Patienten > Divertikelkrankheit

Navigation

Kontakt

Universitätsklinik Würzburg
Klinik & Poliklinik für
Allgemein- und Viszeralchirurgie,
Gefäß- und Kinderchirurgie

Zentrum Operative Medizin
Oberdürrbacher Str. 6
D-97080 Würzburg

Pforte: (0931) 201 55777

Notfall: (0931) 201-0

Zentrales Patientenmanagement
Mo-Fr. 08.00 -16.00 Uhr

Tel:  (0931) 201 39999
Fax: (0931) 201 39994

Email:
ZPM-chirurgie@klinik.uni-wuerzburg.de

Divertikelkrankheit

Unter Divertikeln versteht man Aussackungen der Darmwand. Sie können sowohl im Dick- als auch im Dünndarm. Am häufigsten findet man Divertikel im linksseitigen Dickdarm, speziell im sogenannten Sigma-Darm im linken Unterbauch. Divertikel in den übrigen Darmsbschnitten sind dagegen viel seltener.
Bei der Mehrzahl der Menschen verursachen Divertikel keine Beschwerden (etwa 70-80%). Das alleinige Vorhandensein dieser Divertikel hat keinen Krankheitswert und ist nicht behandlungsbedürftig. Man spricht in diesem Fall von einer Divertikulose.

Ursachen und Häufigkeiten der Divertikel

Dickdarmdivertikel sind nicht angeboren. Sie treten mit steigendem Alter immer häufiger auf. Während Divertikel bei unter 40 jährigen selten sind, haben bereits etwa 30-50 % der über 60-jährigen Patienten diese Veränderungen. Der genaue Entstehungsmechanismus der Erkrankung ist bislang unklar. Als Ursache für die Bildung von Divertikeln wird eine faser- und ballaststoffarme Kost, gesteigerte intraluminale Drücke im Darm (wie z.B. bei Verstopfung) und altersbedingte Darmwandveränderungen angesehen. Damit gehört die Divertikulose zu einer der häufigsten zivilisationsbedingten Veränderungen in der westlichen Welt und verursacht ein hohes Mass an Kosten.

Wie kommt es zur Divertikelentzündung und welche Beschwerden verursachen diese?

Divertikel können sich mit Stuhl füllen und i.d.R. passiv auch wieder entleeren. Gelegentlich kommt es zur Verstopfung dieser Divertikel, wodurch es zu Entzündungen der Divertikel und der umgebenden Darmwand kommen kann. Diese Entzündung der Divertikel wird Divertikulitis genannt. Sie kommt typischerweise im sogenannten Sigma-Darm (Colon sigmoideum) vor.  Nur etwa 10-20 % der Divertikulosepatienten entwickeln im Laufe ihres Lebens eine solche Entzündung.

Beschwerden und Diagnostik

Typischerweise kommt es bei einer Entzündung der Divertikel im S-Darm zu Schmerzen im linken Unterbauch. Abhängig vom Grad der Entzündung können sich die Schmerzen und Beschwerden jedoch auch ausbreiten. Hinzu kommen meist Zeichen der systemischen Entzündung, d.h. Anstieg der Entzündungszeichen im Blut, oft kombiniert mit Stuhlgangsunregelmäßigkeiten.
Mittel der Wahl zur Diagnosestellung ist heute die Computertomographie des Bauches mit Gabe von Kontrastmitteln. Eine Darmspiegelung sollte erst nach Abklingen der Entzündung unter medikamentöser Therapie (Antibiotikagabe) erfolgen. Sie dient im wesentlichen zum Ausschluss bzw. Nachweis von Engen (sog. Stenosen) oder Zweiterkrankungen.

Wie wird die Divertikulitis behandelt und wann muss operiert werden?

Das Vorhandensein von Divertikeln muss nicht therapiert werden. Bei Vorliegen einer Divertikulose kann eine ballaststoff- und flüssigkeitsreiche Ernährung empfohlen werden. Kommt es zu einer Divertikultis, so wird zwischen einer unkomplizierten und einer komplizierten Form unterschieden.  Kommt es zum ersten Mal zum Auftreten einer unkomplizierten Divertikulitis, ist die Therapie der Wahl die Antibiotikagabe mit eventueller Reduktion der Nahrungsaufnahme und Infusionsgabe. Unter dieser konservativen Therapie kann die unkomplizierte Divertikulitis meist geheilt werden.Eine Operation ist nicht erforderlich. Eine Ausnahme gilt bei Risikopatienten (z. B. bei Vorliegen einer Immunsuppression), diese sollten bereits nach dem ersten Schub einer Divertikulitis operiert werden.
Treten gehäuft entzündlichen Schübe auf oder liegt eine komplizierte Form der Divertikelkrankheit vor, so empfiehlt sich die operative Entfernung des entzündlich veränderten Darmabschnittes (S-Darm). Die Mehrzahl der Patienten kann hierbei heute minimal-invasiv, d. h. mittels Bauchspiegelung (sog. Laparoskopie) operiert werden. Für die geplante, d.h. nicht-notfallmäßige Operation ist heute i.d.R. keine Anlage eines künstlichen Darmausganges notwendig.
Sind ein oder mehrere Divertikel durchgebrochen und besteht eine Bauchfellentzündung muss notfallmäßig operiert werden. Gelegentlich kann dann die Anlage eines künstlichen Darmausganges (i.d.R. vorübergehend) erforderlich sein.

Sigmaresektion

Das Ziel der operativen Therapie ist die Entfernung des erkrankten Darmabschnittes (i.d.R.) S-Darm, nicht aber des gesamten Dickdarms. Der entfernte Darmabschnitt ist etwa 25 cm lang. Die beiden verbliebenen Darmenden werden nach Entfernung des befallenen Darmabschnittes durch eine Naht wieder miteinander verbunden (Darmnaht = Anastomose).

Folgen der Operation

Abdominalnarben nach laparoskopisch assistierter Sigmaresektion

Die S-Darm-Entfernung (Sigmaresektion) führt i.d.R. zu keinen relevanten Folgen. Eine spezielle Diät ist nicht erforderlich. Eine gesunde Ernährung mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr kann grundsätzlich empfohlen werden.

Universitätsklinikum Würzburg
Chirurgische Klinik & Poliklinik
Zentrum Operative Medizin
Oberdürrbacher Str. 6
D-97080 Würzburg
Zentrales Patientenmanagement:
Tel: (0931) 201 39999

Fax: (0931) 201 39994
Email: zpm@chirurgie.uni-wuerzburg.de