Startseite
Mitarbeiter
Patienten
Zuweiser
Studium
Forschung
Aktuelles
Internes
Sie befinden sich hier: Patienten > Krebserkrankungen > Speiseröhre

Häufigkeit und Ursachen

Das Ösophaguskarzinom (=bösartiger Tumor der Speiseröhre) ist eine seltene Tumorerkrankung (ca. 5 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr). Verschiedene Ursachen führen zum Speisröhrenkrebs, insbesondere einerseits die (meist langjährige) Kombination aus Rauchen und Alkoholmißbrauch, andererseits aber auch die schwere (ebenfalls zumeist langjährige) gastroösophageale Refluxkrankheit (schweres ‚Sodbrennen’).

Diagnostik und Diagnosestellung

Dank verbesserter diagnostischer Möglichkeiten werden Tumoren der Speiseröhre heutzutage mit zunehmender Häufigkeit auch in einem frühen, heilbaren Stadium diagnostiziert. Eine besondere Bedeutung hat dabei die Überwachung von Patienten mit Risikoerkrankungen, die in endoskopische Überwachungsprogramme, mir regelmäßiger Wiederholung einer Speiseröhren-/ Magenspiegelung (Gastroskopie) und Probenentnahme, eingeschlossen werden. Dies sind zum Beispiel Patienten mit einem sogenannten Barrett-Ösophagus, der als Komplikation des bereits oben genannten chronischen ‚Sodbrennen’ angesehen wird. Solche Patienten tragen ein erhöhtes Krebsrisiko und die Teilnahme am Überwachungsprogramm wird empfohlen. Uneinig sind sich Experten, ob eine endoskopische Untersuchung auf Vorliegen eines Barrett-Ösophagus bei allen Menschen mit (schwerem) Reflux mindestens einmal im Leben durchgeführt werden sollte (‚Screening’). Immerhin ist die Endoskopie (bislang) die einzige Methode den Speiseröhrenkrebs und seine Vorstufen zu diagnostizieren und dann frühzeitig (im heilbaren Stadium) zu behandeln.

Behandlungskonzepte: Operation, Bestrahlung, Chemotherapie

Die Therapie von Karzinomen der Speiseröhre ist heute eine interdisziplinäre Herausforderung: Frühe Tumorstadien können durch Chirurgie geheilt werden. Die Operation umfasst die Entfernung von Teilen oder auch der gesamten Speiseröhre, vom Bauchraum aus, oder auch durch den Brustkorb. Versuche frühe Tumoren durch endoskopische Maßnahmen zu entfernen sind nicht hinreichend etabliert, und nach wie vor als experimentell zu bezeichnen. Die Wiederherstellung der Speispassage nach Entfernung der Speiseröhre erfolgt zumeist durch ‚Hochzug’ des zu einem dünnen Magenschlauch (‚Ersatzspeiseröhre’) umgeformten Magens.
Aber auch mit einer Strahlentherapie und Chemotherapien kann heute Patienten mit Speiseröhrenkrebs geholfen werden. Diese Disziplinen sind heute entscheidend an den modernen Therapiekonzepten beim Speiröhrenkrebs beteiligt.

Endoskopische Behandlung (‚EMR’) bei Frühkarzinomen

Bisweilen kann – in ausgewählten Fällen mit auf die Schleimhaut begrenztem ‚Frühkarzinom’ und mit großer Wahrscheinlichkeit nicht vorhandenen Lymphknotenmetastasen – eine nicht-operative Abtragung des Tumors auf endoskopischem Wege durchgeführt werden. Für die Durchführung dieser sogenannten Endoskopisch Mukosaresektion (‚EMR’) müssen aber bestimmte strenge Kriterien erfüllt sein, wenn die in diesem Tumorstadium sehr guten Heilungschancen nicht beeinträchtigt werden sollen.

Entscheidungsfindung für das beste Therapiekonzept: Tumorkonferenz

Entscheidend ist es für den individuellen Patienten das richtige therapeutische Konzept anzubieten. Deshalb werden alle Patienten mit Speiseröhrenkrebs (wie alle Tumorpatienten) in einer interdisziplinären Tumorkonferenz vorgestellt und im Kreise der Experten besprochen: Unter Beteiligung von Chirurgen, Strahlentherapeuten, Onkologen wird dort die auf aktuellsten Leitlinien basierende Entscheidung getroffen. Sowohl die Operierbarkeit des Patienten, als auch die Entfernbarkeit des Tumors, finden bei der Verfahrenswahl und Kombination der verschiedenen Methoden Berücksichtigung. Insbesondere beim Speiseröhrenkrebs – bei dem die therapeutische Konsequenz eine Entfernung der kompletten Speiseröhre sein kann – ist die exakte diagnostische Abklärung für die Therapieentscheidung von größter Bedeutung.

Fallzahlabhängigkeit der Ergebnisse

Die Ergebnisse der operativen Therapie beim Speiseröhrenkrebs sind – bewiesenermaßen, durch Studien belegt – in starkem Maße abhängig von der Fallzahl (im Krankenhaus pro Jahr behandelte Fälle) und der Erfahrung des Operateurs. Aufgrund dieser Erkenntnisse und der benötigten Infrastruktur wird deshalb eine Behandlung von Patienten mit Speiseröhrenkrebs im Zentrum empfohlen.

Universitätsklinikum Würzburg
Chirurgische Klinik & Poliklinik
Zentrum Operative Medizin
Oberdürrbacher Str. 6
D-97080 Würzburg
Zentrales Patientenmanagement:
Tel: (0931) 201 39999

Fax: (0931) 201 39994
Email: zpm@chirurgie.uni-wuerzburg.de