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Zertifiziertes Referenzzentrum endokrine Chirurgie

Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass wir von der DGAV als Referenzzentrum für endokrine Chirurgie zertifiziert wurden.

Lesen Sie mehr unter der Rubrik Endokrine Chirurgie

Nebennierenerkrankungen

Die Nebennieren sind dreieckig geformte Drüsen, die beim Menschen doppelt angelegt jeweils oberhalb der Nieren angeordnet vorliegen. Sie bestehen aus einer äußeren Nebennierenrinde und dem inneren Nebennierenmark. In der Nebennierenrinde werden die lebenswichtigen Hormone Cortisol und Aldosteron produziert.

Das Cortisol wird vermehrt bei Stress gebildet. Es reguliert die Verwertung des Blutzuckers und hat bestimmte weitere Aufgaben wie die Aufrechterhaltung eines normalen Blutdruckes.

Das Aldosteron spielt eine wesentliche Rolle bei der Regulation der Blutsalze und des Wasserhaushaltes (Natrium, Kalium) und beeinflusst daher ebenfalls den Blutdruck. Bei bestimmten Erkrankungen werden diese Hormone vermehrt produziert und ausgeschüttet und führen so zu Symptomen. Nach operativer Entfernung beider Nebennieren werden beide Hormone in Tablettenform substituiert.

Im Nebennierenmark werden die Hormone Adrenalin und Noradrenalin produziert. Sie haben eine wichtige Funktion in Stresssituationen, in der sie zu einer Erhöhung des Blutdrucks und Stärkung der Herzleistung sowie zur besseren Verwertung von Zucker als Energiequelle dienen. Bei Überproduktion dieser Hormone kommt es zu anfallsartigen Blutdrucksteigerungen, die oft von Herzrhythmusstörungen, Kopfschmerzen und Unruhezuständen begleitet sind.

Tumoren der Nebennierenrinde

Cushing-Syndrom

Ein Cushing-Syndrom wird zumeist durch gutartige Tumoren, in seltenen Fällen auch durch eine beidseitige Gewebevermehrung der Nebennierenrinde verursacht. Das im Überschuss produzierte Hormon Cortisol bewirkt einen Bluthochdruck, einen Diabetes mellitus sowie eine Muskelschwäche und bei Frauen einen männlichen Behaarungstyp.

Relativ typische Merkmale sind ein sogenanntes Vollmondgesicht und eine Stammfettsucht, bei der es durch eine Fettverteilungsstörung zu schlanken Armen und Beinen im Verhältnis zu einem fülligen Körperstamm kommt. Die Therapie des Cushing-Syndroms besteht in der chirurgischen Entfernung des Tumors oder der gesamten Nebenniere. In der Mehrzahl der Fälle wird dieses in unserem Hause durch eine minimal-invasive Technik (Schlüsselloch-OP) durchgeführt.

Patientenbeispiel

Im Folgenden Sehen Sie anonymisierte Bilder einer Patientin, bei der ein M. cushing durch operative Entfernung einer Nebenniere behandelt wurde. Die unteren Aufnahmen wurden etwa 8 Monate nach der Operation aufgenommen und zeigen den deutlich Rückgang der für den M. cushing typischen Gesichtszüge.

M. chushing präoperativ

mit freundlicher Genehmigung der Patientin

M. chushing postoperativ

mit freundlicher Genehmigung der Patientin

Conn-Syndrom

Diese Erkrankung wird ebenso wie der M. cushing durch einen Tumor der Nebennierenrinde hervorgerufen. Beim Conn-Syndrom wird das Hormon Aldosteron im Überschuss produziert. Typische Symptome sind ein erhöhter Blutdruck in Verbindung mit einem erniedrigten Kaliumwert im Blut. Betroffene Patienten müssen üblicherweise Blutdruckmedikamente einnehmen.

Durch zu niedrige Kalium-Spiegel im Blut kommt es zusätzlich zu Muskelschwäche, vermehrtem Durstgefühl und übermäßigem Harndrang. Die Therapie besteht ebenfalls in einer Entfernung des Hormon produzierenden Tumors in minimal-invaiser OP-Technik.

Adrenokortikales Karzinom

Das adrenokortikale Karzinom ist ein sehr seltener bösartiger Tumor der Nebennierenrinde, der die bereits erwähnten Hormone Cortisol und Aldosteron aber auch Sexualhormone produzieren kann. Die Symptome entsprechen einem Conn- oder Cushing-Syndrom. Werden Sexualhormone übermäßig produziert, ruft dies bei der Frau z.B. einen veränderten Behaarungstyp, eine tiefere Stimme und Regelunmäßigkeiten hervor, beim Mann kommt es zu einem Libidoverlust.

Die Therapie besteht in einer chirurgischen Entfernung des Tumors, je nach Befundkonstellation auch bei vorliegenden Fernmetastasen, d.h. Absiedelungen des Tumors in entfernten Organen. Neben der chirurgischen Therapie gibt es heute zunehmend wirksame medikamentöse und chemotherapeutische Strategien, die in unserer Klinik im interdisziplinären Ansatz der verschiedenen beteiligten Kliniken den Patienten ebenfalls zur Verfügung stehen.

Tumore des Nebennierenmarkes

Phäochromozytom

Das Phäochromozytom repräsentiert einen Tumor des Nebennierenmarkes, der in den meisten Fällen gutartig ist. Die Hormone Adrenalin und Noradrenalin werden übermäßig produziert. Die Symptome, die ausgelöst werden, sind anfallsweise hoher Blutdruck mit Kopfschmerzen, aber auch kontinuierlich erhöhter Blutdruck.

Weitere häufig beobachtete Symptome sind Herzklopfen und Herzrasen sowie starkes Schwitzen. Typisch für diese Tumoren ist die Auslösung von Blutdruckkrisen durch körperliche Anstrengung und psychischen Stress. Um die Diagnose eines Phäochromozytoms zu sichern, wird üblicherweise über 24 Stunden Urin gesammelt und auf Adrenalin und Noradrenalin und dessen Abbauprodukte hin untersucht. Zusätzlich werden die Hormonmengen ebenso im Blut bestimmt. Findet sich ein erhöhter Hormonspiegel, wird eine Computertomographie oder alternativ eine Magnetresonanztomographie des Bauchraumes durchgeführt.

In ca. 10% der Fälle können Phäochromozytome auch außerhalb der Nebenniere vorkommen (sogenannte Paraganglien). Dies kann in weiteren Spezialuntersuchungen (MIBG-Szintigraphie) in unserem Klinikum weiter abgeklärt werden. Durch die genannten Untersuchungen wird die Lage und Größe des Tumors für die zu planende Operation genau festgestellt.

Die Behandlung des Phäochromozytoms besteht in der chirurgischen Entfernung des Tumors oder der gesamten Nebenniere. Bei einer Größe bis ca. 7 cm kann diese Operation in unserem Hause in minimal-invasiver Technik (Schlüsselloch-OP) vorgenommen werden. Bei größeren Tumoren empfehlen wir in der Regel eine konventionelle Operation über einen Bauschnitt.

Diagnostik

Die Diagnostik schließt spezielle Laboruntersuchungen ein (Hormonwerte für Cortisol, Aldosteron, Adrenalin und Noradrenalin). Die Bilddiagnostik erfolgt meistens durch eine Computertomographie oder eine Magnetresonanztomographie des Bauchraumes. Bestimmte Tumore erfordern zusätzliche Spezialuntersuchungen (Szintigraphien und Katheteruntersuchungen). Für die meisten Untersuchungen ist ein stationärer Aufenthalt jedoch nicht erforderlich.

Chirurgische Therapie

Das minimal-invasive Operationsverfahren (Schlüsselloch-OP) stellt bei Tumoren bis etwa 7 cm Größe das Standardverfahren zur Entfernung von Nebennierentumoren dar. Dazu werden in der Flanke sowie am Mittel- und Oberbauch über insgesamt drei nur jeweils 12mm kleine Schnitte Schlüssellochinstrumente in den Bauchraum eingeführt und die Nebenniere nach Einbringen von Kohlendioxid in den Bauchraum sowie einer Lichtquelle über den OP-Bildschirmmonitor ganz oder teilweise entfernt.

Die verbleibenden minimalen drei Hautnarben stellen ein kosmetisch sehr akzeptables Ergebnis langfristig dar. Die Patienten werden sowohl vor als auch nach erfolgter Operation interdisziplinär zwischen der Medizinischen Klinik, Schwerpunkt Endokrinologie, der Klinik für Nuklearmedizin und der Chirurgischen Klinik im Universitätsklinikum betreut.

Am Universitätsklinikum Würzburg besteht trotz dieser seltenen Krankheitsbilder eine große Erfahrung in der Diagnostik und Therapie dieses Organsystems.

Der operative Eingriff an der Nebenniere ist bei minimal-invasivem operativem Vorgehen mit einem kurzen Krankenhausaufenthalt von drei bis fünf Tagen in unserer Chirurgischen Klinik verbunden. Die notwendigen Vorbereitungen werden zumeist vor der stationären Aufnahme auf ambulanten Wege durchgeführt.

Nachsorge

Die Nachbehandlung nach operativer Nebennierenentfernung liegt üblicherweise in der Hand der einweisenden endokrinologischen Fachkollegen. Eine postoperative Nachbetreuung ist jedoch in unserer Chirurgischen Poliklinik ebenso möglich und erwünscht, insbesondere bei vorliegendem Phäochromozytom sowie bösartigen Nebennierentumoren sind regelmäßige Nachuntersuchungen angezeigt.

Universitätsklinikum Würzburg
Chirurgische Klinik & Poliklinik
Zentrum Operative Medizin
Oberdürrbacher Str. 6
D-97080 Würzburg
Zentrales Patientenmanagement:
Tel: (0931) 201 39999

Fax: (0931) 201 39994
Email: zpm@chirurgie.uni-wuerzburg.de